provinces

Strictly speaking I myself never observe the landscape. I experience its hourly changes, day and night, in the great comings and goings of the seasons.
(…)
[A]ll of this moves and flows through and penetrates daily existence up there, and not in forced moments of “aesthetic” immersion or artificial empathy, but only when one’s own existence stands in its work. It is the work alone that opens up space for the reality that is these mountains. The course of the work remains embedded in what happens in the region.
(…)
A city-dweller thinks he has gone “out among the people” as soon as he condescends to have a long conversation with a peasant. But in the evening during a work-break, when I sit with the peasants by the fire or at the table in the “Lord’s Corner,” we mostly say nothing at all. We smoke our pipes in silence. Now and again someone might say that the woodcutting in the forest is finishing up, that a marten broke into the hen-house last night, that one of the cows will probably calf in the morning, that someone’s uncle suffered a stroke, that the weather will soon “turn.”

Heidegger, Why do I stay in the provinces? (1934)
translated by Thomas Sheehan

Die Provinz...
Ich selbst betrachte eigentlich die Landschaft gar nie. Ich erfahre ihren stündlichen, täglich-nächtlichen Wandel im großen Auf und Ab der Jahreszeiten.
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[A]ll das schiebt sich und drängt sich und schwingt durch das tägliche Dasein dort oben. Und das wiederum nicht in gewollten Augenblicken einer genießerischen Versenkung und künstlichen Einfühlung, sondern nur, wenn das eigene Dasein in seiner Arbeit steht. Die Arbeit öffnet erst den Raum für diese Bergwirklichkeit. Der Gang der Arbeit bleibt in das Geschehen der Landschaft eingesenkt.
(…)
Der Städter meint, er ginge »unter das Volk«, sobald er sich mit einem Bauern zu einem langen Gespräch herabläßt. Wenn ich zur Zeit der Arbeitspause abends mit den Bauern auf der Ofenbank sitze oder am Tisch im Herrgottswinkel, dann reden wir meist gar nicht. Wir rauchen schweigend unsere Pfeifen. Zwischendurch vielleicht fällt ein Wort, daß die Holzarbeit im Wald jetzt zu Ende geht, daß in der vorigen Nacht der Marder in den Hühnerstall einbrach, daß morgen vermutlich die eine Kuh kalben wird, daß den Oehmibauer der Schlag getroffen, daß das Wetter bald »umkehrt«.